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Ottossons Wörterbuch

ANSTRICH

Leinölfarbe immer dünn auftragen. Die Farbe fliesst nicht von allein aus, sondern muss mit dem Pinsel in gleichmässiger Dicke verteilt werden. Die Farbe kann auch dünn mit einem Lackroller auf glatten Flächen z.B. Platten, Metall und feinem Putz gerollt werden.

ARBEITSTEMPERATUR

Die Farbe enthält kein Wasser und ist frostunempfindlich. Grundanstriche können sogar bei Minustemperaturen durchgeführt werden- vorausgesetzt der Untergrund ist trocken. Dabei muss die Farbe Zimmertemperatur behalten. Die beste Temperatur für Anstriche liegt bei 15-25°. Vermeide direkte Sonneneinstrahlung auf Anstrichsflächen an warmen Sommertagen.

BRANDGEFAHR

Mit Leinöl getränkte Lappen können sich selbst entzünden. Tauche Lappen nach dem Gebrauch in Wasser und verwahre diese dann in einem Behälter mit Deckel.

WIRTSCHAFTLICHKEIT

Vergleiche Quadratmeterpreis statt Literpreis bei Vergleich mit anderen Farbtypen.
Leinölfarbe ist preisgünstig.

GLANZ

Die Leinölfarbe hat nach drei Anstrichen einen hohen Glanz, wird nach einiger Zeit matter und ist nach 3-4 Monaten halbblank (Glanzzahl 30-40). Häufig reagiert man nach dem Anstrich im Innenbereich über den hohen Glanz direkt nach dem Schlussanstrich, aber schon nach einer Woche wird die Farbe deutlich matter.

VERGILBUNG

Leinölfarbe vergilbt im Dunkeln und wird vom Licht gebleicht. Bei Tagslicht bleibt der Farbton erhalten. Keine Vergilbung aussen, geringe Vergilbung innen, starke Vergilbung in Räumen ohne Tageslicht. Diese Vergilbung ist umkehrbar d.h. eine im Dunkeln vergilbte Fläche kann durch Licht wieder gebleicht werden und die Vergilbung verschwindet.

OBERFLÄCHENVERÄNDERUNG

….tritt auf, wenn das Leinöl in die Unterlage eingesogen wird und der Farbton dann dunkler aussieht. Bei ungleichmässigem Eindringen zeigt sich eine gewisse Flammigkeit matt/blank, hell/dunkel auf der Oberfläche. Ein gleichmässiges Aussehen der Farboberfläche verlangt eine gleichmässig saugende Unterlage. Vor dem Schlussanstrich müssen ungleichmässig saugende Unterlagen zu gleichmässig saugende Flächen verändert werden. Veränderungen können auch bei kräftiger Taubildung entstehen. Vermeide Anstriche an feuchten Herbstabenden.

LAGERUNG

Leinölfarbe ist unbegrenzt lagerfähig- Sauerstoff darf  allerdings nicht in Kontakt mit der Farbe kommen. Die Farbe in angebrochenen Dosen wird mit einer Plastikfolie abgedeckt und der Deckel gut verschlossen, um Luftzutritt zu verhindern. Die Farbe soll kühl gelagert werden und verträgt auch Frost. Während einer längeren Lagerung können sich die Pigmente am Boden absetzen. Die Farbe muss vor weiterer Verwendung gut aufgerührt werden.

LÖSUNGSMITTEL/VERDÜNNUNG

Die Farben enthalten bis auf wenige Ausnahmen keine Lösungsmittel (siehe Farbproben) Sind Lösungsmittel angeben, handelt es sich um Balsamterpentin. Balsamterpentin besteht aus 100% vegetabilischen Terpenen und ist ein destilliertes Nadelholzharzprodukt. Terpentin nimmt Sauerstoff auf und beschleunigt dadurch das Trocknen der Farbe. Verbraucher, die die Farbe mit mineralischen Lösungsmitteln wie Lacknafta und und Alifatnafta verdünnen, haben ein gutes Resultat erzielt. Bei Anwendung im Innenbereich müssen die Schutzbestimmungen für Lösungsmittel beachtet werden. Unter gewissen Umständen kann auf Lösungsmittel ganz verzichtet werden-siehe Technische Bestimmungen.

PILZ/ALGENBEFALL

….auf der Farboberfläche ist ungewöhnlich, kann aber im Aussenbereich unter gewissen Umständen vorkommen. Kleine schwarze Punkte können ausnahmsweise auftreten, sitzen nur äusserlich , haben keinen Einfluss auf die Funktion der Farbe und haben nur ästhetischen Charakter. Wenn der Befall nicht akzeptiert werden kann, wird die Farbenoberfläche abgewaschen und ein neuer Anstrich aufgebracht. Ursache für den Befall kann z.B. Feuchtigkeit, Wärme, bereits befallener Untergrund oder ein Leinölüberschuss an der Oberfläche sein. Wir verwenden Zinkoxyd in allen Farben.

OXIDATION/TROCKNUNG

….geschieht, wenn Leinöl in Kontakt mit Sauerstoff kommt. Licht und Wärme beschleunigen diesen Prozess. Die ”Trocknung” verläuft am schnellsten im Freien während des Sommerhalbjahres. Die Leinölfarbe trocknet in 1-3 Tagen. Sorge für guten Luftaustausch = Sauerstoffaustausch bei Innenanstrichen. In einem nicht beheizten Keller trocknet die Farbe sehr langsam. Kühle Witterung verzögert die Oxidation- bei guter Sauerstoffzufuhr und Licht trocknet die Farbe gut. Der Untergrund muss trocken und einen Feuchtigkeitsgehalt von unter 15% haben.

PIGMENTE

Die angewandten Pigmente bestehen aus natürlichen Erdpigmenten bzw. sogenannten synthetischen Pigmenten- beide müssen licht- und luftbeständig sein. Sämtliche Erdfarben erfüllen diese Forderung, ultramarinblau als synthetisches Pigment ist anfällig
für sauren Regen und kann im Aussenbereich abkreiden.

REINIGUNG

Hände und Pinsel können schonend mit Schmierseife gereinigt werden. Lösungsmittel eignen sich ebenfalls.

KRÄUSELUNG

….an der Anstrichoberfläche deutet auf  eine zu dicke Schichtdicke hin. Dies geschieht häufig bei profilierten Oberflächen, wo sich leicht grössere Farbmengen ansammeln.

SCHELLACK

…. ist ein spirituslösliches Sekret der asiatischen Schildlaus und wird für die Untergrundvorbereitung auf  Knästen und harzreichen Holzflächen im Innenbereich gestrichen. Wird dieser Arbeitsgang ausgelassen, kann das Harz die Anstriche durchdringen und zu Verfärbungen bzw. braunen Flecken führen. Der Schellack wird 1-2 mal relativ flüssig gepinselt und kann nach einer halben Stunde überstrichen werden. Sollten doch noch Harzflecken auftreten, kann man auf bereits ausgeführten Leinölanstrichen die jeweiligen Stellen erneut überstreichen und mit einem Deckanstrich versehen.

UNTERGRUND

Die unterschiedlichen Holz-, Gips- und Metalluntergründe müssen trocken sein (unter 15% Feuchtigkeitsgehalt) und einen neutralen pH-Wert haben. Der Anstrich direkt auf Papier oder Textilien ist nicht zu empfehlen, da die Oxydation des Leinöls das Material spröde machen kann. Der Untergrund muss erst mit Leim oder Emulsiosfarbe grundiert werden. Oberflächen auf Silikonbasis oder gewachste Flächen können nicht gestrichen werden.

UNTERGRUNDHAFTUNG

Leinöl hat eine sehr gute Haftung und hält auf fast allen Untergründen. Nach unser Erfahrung halten Leinölfarben auch sehr gut auf  vorhandenen Farboberflächen anderer Farbtypen.